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Halloween-Spezial

Halloween-Essen: Was in der Nacht der Geister auf den Tisch kommt.

Rübengeister, ein Brot, das deine Zukunft kennt, und Kuchen, für die man früher an fremden Türen für die Toten betete. Woher die Halloween-Bräuche am Esstisch kommen, welcher Kürbis giftig ist und drei Gruselrezepte zum Nachkochen.

Ein kandierter roter Apfel auf einem alten Holztisch, daneben schwarze Spinnen, im Hintergrund ein Totenschädel und Rauchschwaden
Foto: Prchi Palwe / Unsplash

Die Nächte werden länger. Nebel kriecht über die Felder, im Garten raschelt etwas, das kein Igel ist, und die Tür zur Speisekammer steht plötzlich einen Spalt offen. Am 31. Oktober ist Halloween, der Abend vor Allerheiligen.

Seine Wurzeln reichen weit zurück nach Irland. Dort feierten die Kelten Samhain, das wichtigste Fest ihres Kalenders. Es markierte das Ende der Erntezeit und den Beginn des Winters. In dieser Nacht, so glaubte man, war die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten am dünnsten, und Geister konnten die Erde durchstreifen. Gegen die dunklen Mächte halfen riesige Feuer, Masken und Kostüme.

Und weil die Scheunen nach der Ernte voll waren, wurde gegessen. Viele Halloween-Bräuche drehen sich bis heute ums Essen: Man schnitzt Gesichter in Gemüse, backt Glücksbringer ins Brot und tauscht Gebete gegen Kuchen. Wir haben eine Laterne genommen und uns in die Speisekammer der Geschichte gewagt. Mit Nährwerten aus dem Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), versprochen.

1. Stingy Jack und die Geister-Rübe

Eine geschnitzte Laterne mit breitem, zähnefletschendem Grinsen leuchtet in völliger Dunkelheit
Foto: João Jesus / Pexels

Die Geschichte der Kürbislaterne beginnt nicht mit einem Kürbis, sondern mit einem Schmied namens Jack. Der Legende nach überlistete er den Teufel, gleich mehrmals. Als Jack starb, wollte ihn deshalb niemand haben. Zur Strafe musste er durch Irland irren, mit nichts als einer Flamme in einer ausgehöhlten Rübe, die ihm den Weg leuchtete.

Daraus wurde ein Brauch: In Irland schnitzte man Fratzen in Rüben, die es nach der Ernte reichlich gab. Eine dieser Geister-Rüben aus der Zeit um 1900 steht heute im National Museum of Ireland in Castlebar. Und sie ist, ehrlich gesagt, gruseliger als jeder Kürbis.

Den Kürbis brachten erst die Auswanderer ins Spiel. Als irische Einwanderer im 19. Jahrhundert ihre Bräuche nach Amerika mitnahmen, griffen sie zu dem, was dort im Herbst überall wuchs und sich viel leichter schnitzen ließ. Der Jack-o'-Lantern war geboren.

Das Fruchtfleisch muss übrigens nicht in die Tonne. Hokkaido hat laut BLS nur rund 30 kcal je 100 Gramm. Wenn du einen Speisekürbis aushöhlst, wird daraus eine Suppe, zum Beispiel Kikis Kürbissuppe aus unserem Kochbuch.

2. Barmbrack: Das Brot, das deine Zukunft kennt

Wer in Irland zu Halloween ein Stück Barmbrack abschneidet, spielt Schicksal. Der Name kommt vom irischen „Bairín Breac“, ein mit Trockenfrüchten gesüßtes Brot. Das Besondere steckt im Teig: Vor dem Backen kommen kleine Symbole hinein, und wer eines in seiner Scheibe findet, kennt sein nächstes Jahr.

  • Ring: Bald wird geheiratet.
  • Penny: ein finanziell gutes Jahr.
  • Erbse: ein böses Omen, ein Abschied steht bevor.
  • Zweig: Streit liegt in der Luft.
  • Stück Stoff: Unglück oder Armut naht.

Barmbrack gibt es in Irland bis heute zu Halloween in den Geschäften, und Kochschulen auf der Insel bieten eigene Halloween-Backkurse dafür an. Wer zu Hause nachbackt und wirklich etwas einbackt: allen am Tisch Bescheid sagen, vor allem Kindern. Ein verschluckter Ring ist ein Fluch, den niemand braucht.

3. Colcannon: Kartoffelstampf mit verstecktem Schicksal

Dunkelgrüne, wellige Kohlblätter, die sich spiralförmig um das Herz des Kohlkopfs legen
Foto: Anastasia Vasileva-Piganova / Pexels

Der zweite irische Halloween-Klassiker sieht harmlos aus: Colcannon ist ein Kartoffelstampf mit Grünkohl oder Weißkohl und Frühlingszwiebeln. Doch auch hier kann das Schicksal im Teller lauern, denn traditionell werden in den Stampf ähnliche Symbole gemischt wie ins Barmbrack. Gegessen wird Colcannon in Irland nicht nur an Halloween, sondern auch an den Festtagen der Nationalheiligen St. Patrick und St. Brigid.

Aus Ernährungssicht ist Colcannon ein ehrliches Wintergericht. Kartoffeln liefern Kohlenhydrate und Kalium, der Kohl bringt Gemüse auf den Teller. Grünkohl enthält laut BLS roh rund 156 Milligramm Vitamin C je 100 Gramm, gekocht sind es noch rund 82 Milligramm. Wie leicht der Stampf wird, entscheiden Butter und Sahne. Mit Milch statt Sahne und einem Stück Butter obendrauf statt im Topf bleibt er cremig, ohne schwer im Magen zu liegen wie ein Grabstein.

4. Äpfel: Orakel und Partyspiel

Nach der Ernte gab es Äpfel im Überfluss, und was nicht eingekocht wurde, landete im Spiel. Beim Apfeltauchen schwimmen Äpfel in einer Wanne mit Wasser, die Hände bleiben auf dem Rücken. Wer zuerst zubeißt, heiratet als Nächstes, so will es der irische Brauch. Wie bei vielen Samhain-Spielen sollte das Ergebnis die Zukunft verraten.

Heute begegnet einem der Apfel zu Halloween eher als kandierter Apfel mit roter oder karamellfarbener Glasur, wie auf unserem Titelbild. Der Apfel selbst hat laut BLS rund 58 kcal und 2,3 Gramm Ballaststoffe je 100 Gramm. Die Glasur ist dagegen fast reiner Zucker. Ein Apfel ohne Mantel ist also das bessere Orakel für deine Zähne.

5. Seelenkuchen: Als Süßes noch Gebete kostete

Grablaternen leuchten nachts auf einem Friedhof, dahinter steht der Vollmond zwischen kahlen Bäumen
Foto: Stanisław Lul / Unsplash

Lange bevor Kinder „Süßes oder Saures“ riefen, zogen in England Menschen von Tür zu Tür, um „souling“ zu gehen. Rund um Halloween und Allerseelen sangen sie und sprachen Gebete für die Seelen der Gebenden und ihrer verstorbenen Angehörigen. Als Dank gab es einen Seelenkuchen, den Soul Cake.

Laut English Heritage war das ein kleines, rundes Gebäck, eher ein Keks als ein Kuchen, traditionell aus Hafer und vielleicht gewürzt mit Muskat, Zimt und Ingwer, dazu Rosinen oder Korinthen. Schon ein Bericht von 1511 erzählt, dass gute Leute an Allerheiligen Brot für alle Christenseelen backten und verteilten. Bis ins 20. Jahrhundert gingen arme Leute, meist Kinder, noch „souling“. English Heritage nennt den Brauch einen Vorläufer des heutigen Trick or Treat.

Bei uns hat die Nacht eine stillere Seite behalten: An Allerheiligen und Allerseelen leuchten auf vielen Friedhöfen Grablichter für die Verstorbenen.

6. Wie Halloween nach Deutschland kam

Schwarze Kerzen brennen vor einem Halloween-Buffet mit Fingerfood, dahinter ein geschnitzter Kürbis
Foto: Dawid Tkocz / Unsplash

Bei uns ist Halloween ein vergleichsweise junger Gast. Den großen Auftritt verdankt das Fest einer ausgefallenen Faschingssaison: Weil 1991 wegen des Golfkriegs Faschingsfeiern abgesagt wurden, fehlten der Kostümbranche die Umsätze. Dieter Tschorn, damals PR-Berater eines Verbands der Spielwaren- und Scherzartikelbranche, nennt sich selbst den „Vater des deutschen Halloween“. Man habe die Verluste irgendwie ausgleichen müssen, sagt er, und Halloween sei es dann geworden.

Ganz allein hat die Werbung das Fest natürlich nicht herbeigezaubert. Auch amerikanische Filme und Serien dürften ihren Teil beigetragen haben. Heute gehören Kürbisse vor der Haustür, Kostümpartys und Kinder mit Süßigkeitentüten bei uns genauso zum Herbst wie Laternenumzüge an Sankt Martin.

7. Achtung, giftiger Kürbis!

Warzige und gestreifte Zierkürbisse liegen im fahlen Licht auf einem dunklen Holztisch
Foto: Salah Ait Mokhtar / Unsplash

Jetzt wird es wirklich gruselig, und zwar ganz ohne Kostüm. Nicht jeder Kürbis gehört in den Topf. Zierkürbisse enthalten oft noch reichlich Cucurbitacine. Diese Bitterstoffe schädigen den Darm. Je nach Menge können sie laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) Durchfall auslösen, bis hin zu lebensgefährlichen Darmschäden.

Bei Speisekürbissen und Zucchini wurde die Fähigkeit, diese Stoffe zu bilden, weggezüchtet. Sie kann aber zurückkehren, etwa wenn sich Speise- und Zierkürbisse im Garten kreuzen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät deshalb zu einem einfachen Test:

Der Bitter-Test vor dem Kochen

  • Ein kleines Stück vom rohen Kürbis probieren.
  • Schmeckt es bitter, kommt der Kürbis nicht in den Topf. Kochen hilft nicht: Das LGL rät, bittere Kürbisse und Zucchini zu meiden, egal ob roh oder gekocht.
  • Keine Samen aus dem eigenen Garten weiter aussäen. Gekauftes Saatgut ist in der Regel sicher.
  • Zierkürbisse sind Deko, kein Essen.

Zur Beruhigung: Das BfR schrieb 2015, ihm seien in 24 Jahren keine Vergiftungen durch Zucchini oder Kürbisse gemeldet worden. Der Test kostet trotzdem nur zwei Sekunden.

8. Unser Halloween-Spezial: drei Gruselrezepte

Genug Geschichte, jetzt wird gekocht. Im Halloween-Spezial unseres Kochbuchs warten drei Rezepte für die Nacht der Geister. Alle Nährwerte sind mit dem BLS berechnet, je Portion.

Hauptgang · 71 kcal · vegan

Kikis Kürbissuppe

Hexensuppe aus dem Kessel mit Hokkaido, Kartoffel und Zwiebel. Der Hokkaido darf mit Schale hinein.

Snack · 189 kcal · 16 g Eiweiß

Spinnen-Eier mit Oliven

Gefüllte Eier, auf denen schwarze Olivenspinnen hocken. Die Füllung kommt mit Joghurt statt Mayonnaise aus, kaum Kohlenhydrate.

Nachtisch · 297 kcal · 23 g Eiweiß

Friedhofs-Becher mit Schokoquark

Schokoquark als Friedhofserde, Kekskrümel, ein Grabstein aus Löffelbiskuit und ein Bananengespenst.

Die Bilder der Rezepte sind Symbolfotos und zeigen nicht das fertige Gericht.

Gruseliger Bonus: Schnitz vor dem Füllen ein Kürbisgesicht in eine orange Paprika, und aus der gefüllten Paprika mit Rinderhack wird eine kleine Jack-o'-Lantern, die aus dem Ofen grinst.

9. Süßes oder Saures, ohne dass der Zucker spukt

Am Ende der Nacht steht oft ein Berg aus Süßigkeiten auf dem Tisch. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, weniger als 10 Prozent der täglichen Energie aus freiem Zucker aufzunehmen. Bei 2.000 kcal sind das 50 Gramm, etwa 12 gestrichene Teelöffel. Eine einzige 100-Gramm-Tüte Fruchtgummi bringt laut BLS schon rund 57 Gramm Zucker mit.

Das heißt nicht, dass Halloween ausfallen muss. So bleibt der Zucker ein kurzer Spuk:

  • Vor der Geisterjagd richtig essen. Mit einer warmen Suppe im Bauch ist die Beute weniger verlockend.
  • Die Beute nicht auf einmal, sondern über mehrere Tage verteilen.
  • Auf der Party Herzhaftes und Eiweißreiches anbieten, zum Beispiel die Spinnen-Eier oder den Friedhofs-Becher.
  • Wasser statt Limo in den Hexenkessel.

Was uns die Geister über gutes Essen verraten

Die alten Halloween-Bräuche erzählen von Ernte, Vorrat und Gemeinschaft: Rüben, Kohl, Kartoffeln, Äpfel und Getreide, also genau das, was im Herbst reif war. Vieles davon passt erstaunlich gut zu einer ausgewogenen Ernährung. Gruselig wird es erst mit Bergen aus Zucker, und selbst die lassen sich bändigen. Also: Kerzen an, Kessel auf den Herd, und lass dich von deinen Gästen nicht erschrecken.

Halloween in Zappixx

Alle drei Gruselrezepte holst du per QR-Code oder Link direkt in Zappixx und stellst die Portionen für deine Party hoch. Kürbis Hokkaido, Kürbiskerne, Grünkohl oder Fruchtgummi findest du offline in der Suche, mit Nährwerten aus dem Bundeslebensmittelschlüssel.

Zum Halloween-Spezial

Quellen

  1. Tourism Ireland: Ein Früchtebrot dient an Halloween als Orakel. Pressemitteilung vom 14.10.2026. tourismireland.com
  2. Ireland.com: Irland: die Heimat der Halloween-Traditionen. Stand 10.09.2026. ireland.com
  3. English Heritage: No tricks, just treats: try a medieval soul cake as English Heritage castles stay open after dark. 27.10.2023. english-heritage.org.uk
  4. deutschland.de: Halloween in Germany. 18.05.2018. deutschland.de
  5. Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL): Vergiftungsfälle durch bittere Zucchini. Stand 01.09.2015. lgl.bayern.de
  6. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Vorsicht beim Verzehr von bitteren Zucchini. Mitteilung Nr. 027/2015 vom 04.09.2015. bfr.bund.de
  7. World Health Organization (WHO): Healthy diet, Faktenblatt vom 26.01.2026. who.int
  8. Max Rubner-Institut: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) 4.0, Einträge Kürbis Hokkaido roh, Grünkohl roh und gekocht, Apfel roh, Fruchtgummi (Gummibonbon). Nährwerte der Rezepte berechnet aus den BLS-Einträgen ihrer Zutaten.

Dieser Artikel informiert allgemein über Ernährung und Bräuche und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung. Bei Beschwerden nach dem Verzehr eines bitteren Kürbisses ärztlichen Rat einholen.

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