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Kohlenhydrate: Wirkung, Bedarf und die größten Ernährungsmythen

Brot weg, Nudeln weg, Kartoffeln weg: Viele halten Kohlenhydrate für die Dickmacher schlechthin. Dabei gehören Linsen, Haferflocken, Obst und Vollkornbrot zu den besten Lebensmitteln, die es gibt. Wie passt das zusammen? Hier steht, was die Forschung wirklich weiß, und wo sie noch rätselt.

Drei Sorten ungekochte Nudeln nebeneinander auf hellem Grund
Foto: Sonika Agarwal / Unsplash

Eine Dose Limonade und ein Teller Linsensuppe haben etwas gemeinsam: Beide liefern Kohlenhydrate. Damit endet die Gemeinsamkeit aber auch schon. Die Linsen bringen Ballaststoffe und Eiweiß mit, die Limonade vor allem Wasser und Zucker. Wer beides in denselben Topf wirft, weil „Kohlenhydrate“ draufsteht, macht es sich zu einfach.

Genau deshalb fragt die Ernährungswissenschaft heute weniger, wie viele Kohlenhydrate jemand isst, und mehr, welche: aus welchen Lebensmitteln, wie stark verarbeitet, mit wie vielen Ballaststoffen. Dieser Artikel sortiert das Thema, Zahl für Zahl mit Quelle.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Kohlenhydrate liefern Energie, sind aber nicht alle gleich wertvoll.
  • Gute Quellen sind Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse und ganzes Obst.
  • Ballaststoffe sind in großen Studien mit weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Darmkrebs verbunden.
  • Freien Zucker begrenzen. Ganzes Obst zählt nicht dazu, Fruchtsaft schon.
  • Low Carb kann beim Abnehmen helfen, der Vorteil ist im Mittel aber klein. Entscheidend bleibt die Kalorienbilanz.

1. Was sind Kohlenhydrate?

Kohlenhydrate sind neben Fett und Eiweiß einer der drei Hauptnährstoffe, die Energie liefern. Sie stecken in Getreide, Kartoffeln, Reis, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse, und als Milchzucker (Laktose) auch in Milch.

Chemisch bestehen sie aus Zuckerbausteinen, die einzeln, zu zweit oder in langen Ketten verknüpft sind. Wie sie gebaut sind, entscheidet, wie schnell der Körper sie verdaut und was sie im Körper tun.

Für die Nährwerttabelle rechnet das EU-Recht mit 4 kcal pro Gramm Kohlenhydrate, bei Fett sind es 9 kcal. Ballaststoffe zählen mit 2 kcal, Zuckeralkohole wie Xylit mit 2,4 kcal pro Gramm.

2. Zucker, Stärke und Ballaststoffe

Die klassische Einteilung richtet sich danach, wie viele Zuckerbausteine verknüpft sind:

GruppeBeispieleTypische Lebensmittel
EinfachzuckerGlukose, Fruktose, GalaktoseObst, Honig, manche Gemüse
ZweifachzuckerSaccharose, Laktose, MaltoseHaushaltszucker, Milch, Malzprodukte
MehrfachzuckerStärke, viele BallaststoffeGetreide, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse

Einfachzucker wie Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) muss der Körper nicht mehr zerlegen. Wie stark ein Lebensmittel den Blutzucker anhebt, hängt trotzdem nicht nur von der Zuckerart ab, sondern auch von Portion, Struktur und dem, was sonst auf dem Teller liegt.

Zweifachzucker werden im Darm erst gespalten. Haushaltszucker (Saccharose) besteht aus Glukose und Fruktose, Milchzucker aus Glukose und Galaktose. Bei einer Laktoseintoleranz bildet der Körper zu wenig des spaltenden Enzyms Laktase, und der ungespaltene Milchzucker kann Bauchweh machen.

Stärke ist der Energiespeicher der Pflanzen: lange Ketten aus Glukose, etwa in Kartoffeln, Reis, Mais und Getreide. Der Körper baut sie Schritt für Schritt ab. Wie schnell das geht, hängt stark von Verarbeitung und Zubereitung ab.

Ballaststoffe sind Pflanzenbestandteile, die der Dünndarm nicht oder nur teilweise verdaut. Manche binden Wasser und lockern den Stuhl, andere dienen den Bakterien im Dickdarm als Futter. Sie stecken in Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse, Obst, Nüssen und Samen.

Merke: „Einfach“ oder „komplex“ sagt allein nicht, ob ein Lebensmittel gesund ist. Die Kohlenhydrate eines Croissants sind überwiegend Stärke, die eines Apfels überwiegend Zucker. Was zählt, sind Ballaststoffe, Verarbeitung und das ganze Lebensmittel.

3. Was passiert im Körper?

Die Verdauung beginnt schon im Mund: Ein Enzym im Speichel, die Amylase, fängt an, Stärke zu spalten. Im Dünndarm geht es weiter, bis nur noch Einfachzucker übrig sind. Die gelangen ins Blut und zu den Zellen, die daraus Energie gewinnen.

Insulin kommt ins Spiel, wenn der Blutzucker nach dem Essen steigt. Die Bauchspeicheldrüse schüttet das Hormon aus, Muskel- und Fettzellen nehmen Glukose auf, der Blutzucker sinkt wieder. Das ist ganz normale Physiologie und kein Zeichen dafür, dass eine Mahlzeit ungesund war. Bei Diabetes ist genau diese Regelung gestört: Der Körper bildet zu wenig Insulin oder reagiert nicht mehr richtig darauf.

Glykogen ist der Kohlenhydratspeicher des Körpers, vor allem in Leber und Muskeln. Die Leber hält damit den Blutzucker zwischen den Mahlzeiten stabil, die Muskeln nutzen ihren Vorrat selbst, etwa beim harten Training. Die Speicher sind begrenzt und füllen sich nach dem Leeren wieder auf.

Und das Gehirn? Es lebt normalerweise vor allem von Glukose. Bei langem Fasten stellt es sich zu einem großen Teil auf Ketonkörper um, die die Leber aus Fett bildet. Diese Anpassung hat Menschen das Überleben langer Hungerzeiten ermöglicht, wie der Stoffwechselforscher George Cahill beschrieben hat. Glukose kann die Leber außerdem selbst herstellen. Dass der Körper so flexibel ist, heißt aber nicht, dass eine Ernährung fast ohne Kohlenhydrate besser wäre. Es heißt nur, dass er sich anpassen kann.

4. Welche Kohlenhydrate sind empfehlenswert?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind sich einig: Kohlenhydrate sollen vor allem aus Vollkorn, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten kommen. Diese Lebensmittel bringen neben Energie auch Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe mit.

Die bislang größte Auswertung dazu erschien 2019 in der Fachzeitschrift The Lancet (Reynolds und Kollegen). Sie umfasst 185 Beobachtungsstudien mit knapp 135 Millionen Personenjahren und 58 klinische Studien mit 4.635 Erwachsenen. Die Ergebnisse:

  • Wer am meisten Ballaststoffe aß, hatte gegenüber denen mit den wenigsten ein um 15 bis 30 Prozent niedrigeres Risiko, früher zu sterben, auch an Herz-Kreislauf-Krankheiten. Auch koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Typ-2-Diabetes und Darmkrebs traten seltener auf. Für Vollkorn zeigte sich ein ähnliches Bild.
  • Am größten war der Vorteil bei 25 bis 29 g Ballaststoffen am Tag. Die Kurven deuteten an, dass noch mehr noch mehr bringen könnte.
  • In den klinischen Studien gingen mit mehr Ballaststoffen Körpergewicht, systolischer Blutdruck und Gesamtcholesterin zurück.

Ein Wort zur Aussagekraft: Beobachtungsstudien zeigen Zusammenhänge, keinen Beweis, dass die Ballaststoffe jeden dieser Effekte selbst verursachen. Wer viel Vollkorn isst, lebt oft auch sonst gesünder. Die klinischen Studien stützen das Bild, aber nur für Risikofaktoren wie Blutdruck, nicht für Krankheiten selbst.

Getrocknete Bohnen in vielen Farben
Foto: Shelley Pauls / Unsplash

Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen, Kichererbsen und Erbsen verdienen einen Extrapunkt: Sie liefern Kohlenhydrate, viele Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß zugleich. Die WHO nennt sie ausdrücklich unter den bevorzugten Kohlenhydratquellen. Wie viel da zusammenkommt, zeigt der Linseneintopf mit Wurzelgemüse aus dem Zappixx-Kochbuch: 19,1 g Ballaststoffe in einer Portion, fast zwei Drittel des DGE-Richtwerts für einen ganzen Tag. Wer lieber Nudeln isst, findet mit der Linsen-Bolognese mit Vollkornspaghetti eine Variante mit 18,6 g.

Und Weißbrot oder helle Nudeln? Sie sind nicht verboten. Sie liefern nur meist weniger Ballaststoffe als Vollkorn. Ein Teller heller Nudeln mit viel Gemüse und Bohnen ist etwas anderes als eine Ernährung, in der Ballaststoffe dauerhaft fehlen. Vollkorn ist die sinnvolle Standardwahl, kein Grund für Verbote.

5. Zucker: Wie viel ist zu viel?

Bei Zucker geht es vor allem um die freien Zucker. Dazu zählt die WHO jeden Zucker, der Lebensmitteln oder Getränken zugesetzt wird, und außerdem den Zucker in Honig, Sirup, Fruchtsaft und Fruchtsaftkonzentrat. Der Zucker in ganzem Obst und Gemüse und der Milchzucker in Milch gehören nicht dazu.

Empfehlung der WHO

unter 10 % der Energie

aus freiem Zucker, besser unter 5 %. Bei 2.000 kcal am Tag sind das rechnerisch unter 50 g, besser unter 25 g. Die WHO setzt 10 % gleich mit 50 g oder etwa 12 gestrichenen Teelöffeln.

Warum gerade Getränke? Limonaden und gesüßte Eistees liefern viel freien Zucker, ohne so satt zu machen wie feste Lebensmittel. Die Energie kommt dann oben drauf. Dazu kommen die Zähne: Zucker ist ein gut belegter Risikofaktor für Karies.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2022 versucht, eine sichere Höchstmenge für Zucker festzulegen, und ist daran gescheitert. Das klingt beruhigend, ist es aber nicht: Die Behörde fand keine Menge, unterhalb derer ein Risiko sicher ausgeschlossen ist. In kontrollierten Studien sah sie Hinweise, dass zugesetzter und freier Zucker unter anderem Übergewicht und ungünstige Blutfette fördert, mit mäßiger Sicherheit. Karies durch Zucker gilt ihr als gut belegt.

Viele rote Äpfel dicht beieinander
Foto: Matheus Cenali / Unsplash

Ist Fruchtzucker gesünder als Haushaltszucker? Nicht, weil er so heißt. Haushaltszucker besteht ohnehin zur Hälfte aus Fruktose, und zugesetzte Fruktose ist kein Gesundheitsprodukt. Ganzes Obst ist trotzdem etwas völlig anderes als ein süßes Getränk: Es bringt Wasser, Ballaststoffe und Vitamine mit, und seine Struktur muss man erst einmal kauen. Deshalb zählt die WHO den Zucker in ganzen Früchten nicht zu den freien Zuckern, den in Fruchtsaft aber schon, auch wenn der Saft ungesüßt ist.

Und Honig, Agavendicksaft oder Kokosblütenzucker? Sie wirken natürlicher, sind aber nach der WHO-Definition ebenfalls freier Zucker. Geschmack und Zusammensetzung unterscheiden sich, einen Freifahrtschein für mehr Süßes gibt es nicht. Wer weniger Zucker essen will, spart an der Menge, nicht durch den Wechsel der Sorte.

6. Wie viele Kohlenhydrate am Tag?

Eine Grammzahl, die für alle passt, gibt es nicht. Der Bedarf hängt vom Energiebedarf ab, und der von Alter, Größe, Gewicht und Bewegung. Die Fachgesellschaften geben deshalb Anteile an der Energie an:

  • DGE: mehr als 50 Prozent der Energie aus Kohlenhydraten, als Richtwert für eine ausgewogene Mischkost. Der Wert ist älter. Eine neue, evidenzbasierte Kohlenhydrat-Leitlinie ist in Arbeit, ihre Methodik hat die DGE 2025 veröffentlicht. Untersucht werden Menge und Qualität der Kohlenhydrate und ihr Zusammenhang mit Körpergewicht, Typ-2-Diabetes, Blutfetten, Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Karies und Parodontitis.
  • WHO (Faktenblatt „Healthy diet“, Januar 2026): etwa 45 bis 75 Prozent der Energie aus möglichst unverarbeiteten Kohlenhydraten.

Bei 2.000 kcal am Tag entsprechen 50 Prozent rund 250 g Kohlenhydraten (1.000 kcal geteilt durch 4 kcal pro Gramm). Das ist ein Rechenbeispiel, keine persönliche Vorgabe. Und ein Prozentwert allein sagt nichts darüber, ob die Kohlenhydrate aus Linsen oder aus Limonade stammen.

Übrigens lagen Erwachsene in Deutschland im Mittel unter dem DGE-Richtwert: Die frühere DGE-Leitlinie Kohlenhydrate von 2011 wertete Verzehrsstudien von 1984 bis 2006 aus. Darin lag die mittlere Zufuhr bei Frauen zwischen 41 und 48 Prozent der Energie, bei Männern zwischen 37 und 46 Prozent.

7. Ballaststoffe und Darmbakterien

Richtwert der DGE für Erwachsene

mindestens 30 g

Ballaststoffe am Tag. Die DGE hat den Wert überprüft und bestätigt. Die WHO empfiehlt ab 10 Jahren mindestens 25 g natürlich vorkommende Ballaststoffe.

Im Dickdarm leben unzählige Bakterien, und viele Ballaststoffe sind ihr Futter. Wenn sie Ballaststoffe vergären, entstehen kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat. Eine Übersichtsarbeit in Nature Reviews Immunology (Mann und Kollegen, 2024) beschreibt, wie diese Stoffe die Darmbarriere und das Immunsystem beeinflussen, im Darm und bis in Leber, Lunge und Gehirn. Wie viel davon im Körper ankommt, hängt laut den Autoren von der Ernährung und von Einflüssen wie Antibiotika ab.

Das sind gut untersuchte Mechanismen. Ob und wie stark sie sich in weniger Krankheiten niederschlagen, ist eine andere Frage, und dafür ist die Forschung noch nicht weit genug. Auch eine „vielfältige Darmflora“ ist kein Gesundheitswert an sich.

Praktisch heißt das: Abwechslung schlägt Pulver. Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Nüsse und Samen liefern ganz unterschiedliche Ballaststoffe. Wer bisher wenig davon isst, steigert die Menge besser nach und nach: Beim Vergären entstehen Gase, und der Bauch braucht etwas Zeit. Weil viele Ballaststoffe Wasser binden, gehört genug Trinken dazu. Mehr dazu, mit Lebensmitteln und Studien, im Artikel Ballaststoffe: Wirkung, Tagesbedarf und Lebensmittel.

8. Resistente Stärke: Nudeln vom Vortag

Nicht jede Stärke wird im Dünndarm verdaut. Ein Teil, die resistente Stärke, rutscht weiter in den Dickdarm und wird dort wie ein Ballaststoff vergoren. Sie steckt von Natur aus in manchen Lebensmitteln und entsteht auch in der Küche: Werden gekochte Kartoffeln, Nudeln oder Reis abgekühlt, ordnet sich ein Teil der Stärke neu (Fachwort: Retrogradation). Wie viel dabei entsteht, hängt von Lebensmittel, Zubereitung und Lagerung ab.

Eine Meta-Analyse von 2023 (Pugh und Kollegen) fand 36 randomisierte Studien mit 982 Menschen mit Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes, 31 davon flossen in die Auswertung. Ergebnis: Bestimmte Arten resistenter Stärke (Typ 1 und Typ 2) senkten den Blutzucker nach dem Essen leicht, Typ 2 auch den Nüchternblutzucker und das Insulin. Die Typen wirkten aber unterschiedlich. Typ 3, die Stärke, die beim Abkühlen gekochter Speisen entsteht, braucht nach den Autoren erst weitere Forschung.

Eine kalte Kartoffel ist deshalb kein Heilmittel. Wie viel resistente Stärke in der eigenen Küche entsteht, lässt sich kaum verallgemeinern, und die Langzeitwirkung ist offen.

Wichtig, Lebensmittelsicherheit: In gekochtem Reis und Nudeln kann sich bei falscher Lagerung das Bakterium Bacillus cereus vermehren. Sein Gift Cereulid übersteht laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mehr als zwei Stunden bei 121 °C, Aufwärmen macht es also nicht unschädlich. Es löst innerhalb von 0,5 bis 6 Stunden Übelkeit und Erbrechen aus. Reste deshalb zügig abkühlen, in den Kühlschrank stellen und bald essen, nie stundenlang bei Zimmertemperatur stehen lassen.

9. Warum die Verarbeitung zählt

Donuts mit Glasur und bunten Streuseln
Foto: Rod Long / Unsplash

Neben Zucker, Stärke und Ballaststoffen spielt eine Rolle, wie stark ein Lebensmittel verarbeitet ist. Der Begriff „ultra-verarbeitet“ stammt aus der NOVA-Einteilung der Forschung. Stark verarbeitete Produkte sind oft energiedichter, weicher und schneller gegessen, manche enthalten viel Zucker und wenig Ballaststoffe. Für die Forschung ist die Einteilung nützlich, den Blick auf die Nährwerte eines einzelnen Produkts ersetzt sie nicht.

Bekannt wurde eine Studie von Kevin Hall und Kollegen (2019): 20 Erwachsene lebten vier Wochen auf einer Stoffwechselstation und aßen je zwei Wochen ultra-verarbeitete und wenig verarbeitete Kost. Die angebotenen Mahlzeiten waren bei Kalorien, Energiedichte, Fett, Kohlenhydraten, Eiweiß, Zucker, Salz und Ballaststoffen angeglichen, gegessen wurde nach Belieben. Mit der ultra-verarbeiteten Kost aßen die Teilnehmenden im Mittel rund 500 kcal mehr am Tag und nahmen etwa 0,9 kg zu, mit der wenig verarbeiteten nahmen sie ab. Die Studie war klein und kurz.

Eine Meta-Analyse von zehn randomisierten Studien (Robinson und Kollegen, September 2026) bestätigt die Richtung: Unter ultra-verarbeiteter Kost aßen Menschen schneller und nahmen mehr zu. Ob sie auch mehr Kalorien aßen, hing vom Rechenmodell ab. Die Sicherheit der Ergebnisse stufen die Autoren als gering ein, und ein Großteil des Effekts lässt sich womöglich mit der höheren Energiedichte erklären.

Für den Einkauf heißt das: Nicht die Fabrik macht ein Lebensmittel schlecht. Ein abgepacktes Vollkornbrot ist nicht ungesund, weil es verpackt ist, und ein „natürlich“ beworbener Riegel nicht gesund, weil er so heißt. Ein Blick auf Zutatenliste, Zucker, Ballaststoffe und Portionsgröße sagt mehr.

10. Machen Kohlenhydrate dick?

Nicht von selbst. Zunehmen setzt voraus, dass man über längere Zeit mehr Energie aufnimmt, als man verbraucht. Woher die zusätzlichen Kalorien kommen, ist für diese Rechnung zweitrangig. Warum die Bilanz bei manchen leichter kippt als bei anderen, ist eine andere Frage: Appetit, Schlaf, Stress, Medikamente, Gene und das Essensangebot rundherum spielen alle mit.

Satt machen Kohlenhydrate sehr unterschiedlich. In einer oft zitierten Studie von 1995 (Holt und Kollegen) testeten Gruppen von 11 bis 13 Personen 38 Lebensmittel, jeweils eine Portion mit 240 kcal, und bewerteten danach zwei Stunden lang ihr Sättigungsgefühl. Gekochte Kartoffeln erreichten den höchsten Wert. Eiweiß, Ballaststoffe und Wasser im Lebensmittel hingen mit mehr Sättigung zusammen, Fett mit weniger. Die Studie war klein und misst nur zwei Stunden, eine allgemeingültige Rangliste ist sie nicht. Aber sie zeigt: Kartoffeln sind kein Dickmacher von Natur aus.

Warum geht es mit Low Carb am Anfang so schnell? Wer Kohlenhydrate stark streicht, leert seine Glykogenspeicher, und Glykogen ist an Wasser gebunden. Ein Teil der ersten Kilos ist deshalb Wasser, kein Fett.

Wie viel Low Carb langfristig bringt, hat eine Meta-Analyse von 110 randomisierten Studien bei Erwachsenen mit Übergewicht untersucht (Soltani und Kollegen, 2023). Pro 10 Prozentpunkte weniger Kohlenhydrate verloren die Teilnehmenden gegenüber den Vergleichsdiäten im Mittel 0,64 kg mehr nach sechs Monaten (hohe Sicherheit der Evidenz) und 1,15 kg mehr nach zwölf Monaten (mäßige Sicherheit). Die Autoren setzen die Schwelle für einen klinisch bedeutsamen Unterschied bei 5 Prozent des Körpergewichts, rund 4,4 kg. Beide Werte liegen deutlich darunter.

Mythos „Insulin macht dick“: Insulin bremst kurzzeitig den Fettabbau, ja. Daraus folgt aber nicht, dass jede Insulinspitze Fett ansetzt. In einer streng kontrollierten Studie (Hall und Kollegen, 2015) aßen 19 Erwachsene mit Adipositas auf einer Stoffwechselstation je sechs Tage lang eine fettarme und eine kohlenhydratarme Kost mit gleich vielen Kalorien. Nur die kohlenhydratarme Kost senkte das Insulin, trotzdem verloren die Teilnehmenden mit der fettarmen Kost mehr Körperfett: 89 statt 53 g am Tag. Insulin ist wichtig für den Stoffwechsel, aber nicht die alleinige Erklärung für Übergewicht.

11. Glykämischer Index und Diabetes

Der glykämische Index (GI) beschreibt, wie stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel unter Testbedingungen den Blutzucker anhebt, verglichen mit einem Referenzlebensmittel. Die glykämische Last berücksichtigt zusätzlich, wie viele Kohlenhydrate in der Portion stecken. Im Alltag zählen außerdem Portion, Zubereitung und was man dazu isst.

Der GI ist kein allgemeines Gesundheitssiegel. Bei Diabetes kann eine Ernährung mit niedrigem GI aber helfen: Eine Meta-Analyse im BMJ (Chiavaroli und Kollegen, 2021) mit 29 Studienvergleichen und 1.617 Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes fand, dass eine Kost mit niedrigem GI oder niedriger glykämischer Last den Langzeitblutzucker HbA1c im Mittel um 0,31 Prozentpunkte senkte. Die Studien unterschieden sich allerdings stark, und die Autoren sprechen von kleinen Verbesserungen.

Wer Diabetes hat, stimmt die Ernährung mit der Behandlung ab. Gerade mit Insulin hängen Kohlenhydratmenge und Dosis eng zusammen.

12. Low Carb und ketogene Ernährung

Weniger Kohlenhydrate können für manche Menschen ein guter Weg sein, weniger zu essen und abzunehmen. Manche empfinden die Kost als sättigend, anderen gibt sie einfach Struktur. Gesünder als eine ausgewogene Mischkost ist sie deswegen nicht automatisch.

Entscheidend ist, was statt der Kohlenhydrate auf den Teller kommt. Fliegen Vollkorn, Hülsenfrüchte und Obst raus und kommen viel Wurst, Butter und Sahne rein, wird die Ernährung schlechter, nicht besser. Die WHO weist in ihrem Faktenblatt darauf hin, dass sehr kohlenhydratarme Ernährungsformen bei bestimmten Erkrankungen zur Behandlung eingesetzt werden. Das ist etwas anderes als eine Empfehlung für alle.

Bei sehr wenig Kohlenhydraten bildet der Körper vermehrt Ketonkörper, das nennt man Ketose. Sie ist nicht dasselbe wie die gefährliche diabetische Ketoazidose.

Mit Diabetes-Medikamenten nicht auf eigene Faust: Die Fachgesellschaft Diabetes Canada weist in ihrem Positionspapier darauf hin, dass bei einer kohlenhydratarmen Ernährung Insulin oder andere Diabetes-Medikamente unter Umständen reduziert oder abgesetzt werden müssen, um Unterzuckerungen und Ketoazidosen zu vermeiden. Eine solche Umstellung gehört in ärztliche Begleitung.

13. Sport, Muskeln und Alter

Ein Läufer auf einem Feldweg zwischen Wiesen
Foto: Jenny Hill / Unsplash

Bei intensiver Belastung ist Muskelglykogen eine wichtige Energiequelle, bei langen Ausdauereinheiten helfen volle Speicher, die Leistung zu halten. Danach füllen sich die Speicher wieder auf, was vor allem zählt, wer oft und lange trainiert und wenig Pause hat. Für Freizeitsport reichen meist ganz normale Mahlzeiten mit Kartoffeln, Getreide, Obst und Hülsenfrüchten.

Mehr Kohlenhydrate, mehr Muskeln? Eine Meta-Analyse in Sports Medicine (Henselmans und Kollegen, 2026) hat elf randomisierte Studien mit Krafttraining ausgewertet. Mehr Kohlenhydrate brachten keinen messbaren Zusatzeffekt auf das Muskelwachstum, die Sicherheit der Evidenz ist allerdings gering. Für den Muskelaufbau zählen vor allem Krafttraining mit steigender Belastung, genug Energie und genug Eiweiß. Wie viel Eiweiß das ist, steht im Artikel Wie viel Eiweiß am Tag?

Im Alter ist die Frage oft eine ganz andere: nicht zu viel, sondern zu wenig. Weniger Appetit, Kau- und Schluckprobleme oder Krankheiten erhöhen das Risiko einer Mangelernährung. Kohlenhydratreiche Lebensmittel helfen dann, genug Energie aufzunehmen. Die 2025 erschienene S3-Leitlinie „Klinische Ernährung und Hydrierung im Alter“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) behandelt Mangelernährung, Flüssigkeitsmangel und Muskelschwund (Sarkopenie) in 69 Empfehlungen. Strenge Kohlenhydratregeln passen da selten. Bei ungewolltem Gewichtsverlust gehört die Ernährung ärztlich beurteilt.

14. Kohlenhydrate auf dem Etikett

Die Nährwerttabelle folgt der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV):

  • Kohlenhydrate sind alle Kohlenhydrate, die der Körper verstoffwechselt, einschließlich der Zuckeralkohole.
  • davon Zucker sind alle Einfach- und Zweifachzucker, egal ob von Natur aus enthalten oder zugesetzt.
  • Ballaststoffe stehen getrennt und zählen nicht zu den Kohlenhydraten.

Die Tabelle unterscheidet also nicht zwischen freiem und natürlichem Zucker. Ein Beispiel aus dem Kochbuch: Die Magerquark-Bowl mit Beeren und Haferflocken hat 20,3 g Zucker pro Portion. Das meiste davon stammt aus Beeren und Milchzucker, als freier Zucker zählt nur der eine Teelöffel Honig. Wer das wissen will, liest die Zutatenliste.

Auch die Werbesprüche sind geregelt (Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben):

  • zuckerarm: höchstens 5 g Zucker pro 100 g, bei Getränken höchstens 2,5 g pro 100 ml.
  • zuckerfrei: höchstens 0,5 g Zucker pro 100 g oder 100 ml.
  • ohne Zuckerzusatz: kein zugesetzter Einfach- oder Zweifachzucker und keine anderen Zutaten, die wegen ihrer Süße zugesetzt werden, also auch kein Honig oder Dicksaft. Ist von Natur aus Zucker enthalten, soll das Etikett darauf hinweisen: „enthält von Natur aus Zucker“.

„Zuckerfrei“ heißt nicht kohlenhydratfrei und nicht kalorienfrei. Ein zuckerfreies Produkt kann reichlich Stärke enthalten.

15. Sieben Mythen im Faktencheck

Mythos 1: Kohlenhydrate machen grundsätzlich dick.

Nein. Entscheidend ist die Energiebilanz über längere Zeit. In Low-Carb-Studien fällt der Vorteil gegenüber anderen Diäten im Mittel klein aus.

Mythos 2: Alle Kohlenhydrate sind Zucker.

Nein. Zucker ist nur eine Untergruppe. Stärke und Ballaststoffe sind anders gebaut und wirken anders.

Mythos 3: Komplexe Kohlenhydrate sind immer gesund.

Nein. Auch Weißmehlgebäck besteht vor allem aus Stärke. Ballaststoffe, Verarbeitung und das ganze Lebensmittel entscheiden mit.

Mythos 4: Obst ist wegen des Fruchtzuckers ungesund.

Nein. Ganzes Obst bringt Wasser, Ballaststoffe und Vitamine mit, die WHO zählt seinen Zucker nicht zu den freien Zuckern. Anders ist es bei Fruchtsaft.

Mythos 5: Wer abnehmen will, muss auf Brot, Reis und Kartoffeln verzichten.

Nein. Sie passen auch in eine Diät. Portion, Zubereitung und die gesamte Kalorienmenge zählen. Gekochte Kartoffeln gehörten in einer Studie sogar zu den sättigendsten Lebensmitteln.

Mythos 6: Jeder Blutzuckeranstieg nach dem Essen ist schädlich.

Nein. Nach einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit steigt der Blutzucker ganz normal. Bei Diabetes sind Höhe und Dauer wichtig, ein Anstieg allein macht ein Lebensmittel nicht ungesund.

Mythos 7: Honig und Sirup sind gesünder als Zucker.

Nein. Beide zählen zu den freien Zuckern. „Natürlich“ hebt die Empfehlung, freien Zucker zu begrenzen, nicht auf.

So sieht das im Alltag aus

Niemand muss jede Mahlzeit in Zuckerbausteine zerlegen. Kleine Wechsel bringen viel:

  • Frühstück: Haferflocken mit Naturjoghurt oder Quark und frischem Obst, etwa als Magerquark-Bowl mit Beeren.
  • Mittag: Kartoffeln, Vollkornreis oder Hülsenfrüchte mit Gemüse und einer Eiweißquelle, zum Beispiel Kabeljau auf Spinat mit Kartoffeln (330 kcal, 29,1 g Kohlenhydrate).
  • Abend: Vollkornbrot mit Gemüse und etwas Eiweißreichem, etwa Hüttenkäse-Vollkornbrot mit Tomate und Gurke.
  • Getränke: Wasser oder ungesüßter Tee statt Limonade spart am schnellsten freien Zucker.
  • Einkauf: nicht nur auf „Kohlenhydrate“ schauen, sondern auch auf Ballaststoffe, Zucker, Zutatenliste und Portion.

Wer es bewusst kohlenhydratarm mag, findet im Kochbuch die Low-Carb-Rezepte: Gerichte, bei denen weniger als 26 Prozent der Kalorien aus Kohlenhydraten stammen. Das ist eine Grenze von Zappixx, eine gesetzliche Definition für „Low Carb“ gibt es in der EU nicht.

16. Kohlenhydrate in Zappixx

Zappixx rechnet mit den Nährwerten aus dem Bundeslebensmittelschlüssel. Auf der Seite „Heute“ siehst du unter „Weitere Nährstoffe“, wie viele Gramm Kohlenhydrate du heute gegessen hast, und im Kreisdiagramm, welcher Anteil deiner Kalorien aus Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett stammt. Beides ist kostenlos.

Mit Zappixx Pro kommen Zucker und Ballaststoffe dazu. So siehst du zum Beispiel, wie nah du den 30 g Ballaststoffen der DGE kommst. Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Der Zuckerwert ist der Gesamtzucker wie auf dem Etikett. Freien und natürlichen Zucker unterscheidet die App nicht, weil die Nährwertdaten das nicht hergeben.

Häufige Fragen

Muss ich abends auf Kohlenhydrate verzichten?

Nein. Eine wissenschaftlich begründete Regel dafür gibt es nicht. Entscheidend sind die gesamte Ernährung und die Kalorien über den Tag.

Sind Bananen wegen ihres Zuckers ungesund?

Nein. Bananen enthalten Zucker, aber auch Wasser, Ballaststoffe und Vitamine. Als ganzes Obst zählt ihr Zucker nicht zu den freien Zuckern.

Ist Vollkornbrot immer besser als Weißbrot?

Es enthält meist deutlich mehr Ballaststoffe und ist deshalb die bessere Standardwahl. Weißbrot ist trotzdem kein verbotenes Lebensmittel.

Kann man ohne Kohlenhydrate leben?

Der Körper kann Glukose selbst herstellen und sich an sehr wenig Kohlenhydrate anpassen. Empfehlenswert ist eine kohlenhydratfreie Ernährung deshalb nicht, zumal dann viele ballaststoffreiche Pflanzen fehlen.

Sind Kohlenhydrate bei Diabetes verboten?

Nein. Die Ernährung richtet sich nach Diabetesform, Behandlung und Bewegung. Eine Kost mit niedrigem glykämischem Index kann den HbA1c-Wert leicht senken. Änderungen am besten mit dem Behandlungsteam absprechen.

Sind abgekühlte Kartoffeln gesünder?

Nicht automatisch. Beim Abkühlen entsteht etwas resistente Stärke, wie viel und mit welchem Effekt, ist schwer zu sagen. Reste immer zügig kühlen.

Wie viel Zucker am Tag ist okay?

Die WHO empfiehlt, weniger als 10 Prozent der Energie aus freiem Zucker zu essen, besser unter 5 Prozent. Bei 2.000 kcal sind das unter 50 g, besser unter 25 g. Eine Menge, die sicher unbedenklich ist, konnte die EFSA nicht festlegen.

Fazit: Auf die Quelle kommt es an

Kohlenhydrate sind weder Freund noch Feind. Sie stecken in einigen der wertvollsten Lebensmittel überhaupt, in Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse und Obst, aber auch in Limonade und Süßigkeiten. Die Forschung spricht klar für mehr Ballaststoffe und weniger freien Zucker. Sie spricht nicht dafür, Kohlenhydrate pauschal zu meiden.

Low Carb kann beim Abnehmen helfen, ist aber nicht nötig und bringt im Mittel wenig mehr als andere Diäten. Resistente Stärke und Darmbakterien sind spannend, vieles davon ist aber noch Mechanismus und kein belegter Nutzen. Beim Sport, im Alter und bei Krankheiten kommt es auf die eigene Lage an.

Kurz gesagt: Nicht der Nährstoff entscheidet, sondern das Lebensmittel, die Menge und das, was sonst auf dem Teller liegt.

Wie viel brauchst du?

Der Kalorienrechner zeigt dir dein Kalorienziel und deinen Eiweißbedarf. Daraus kannst du ausrechnen, was 50 Prozent Kohlenhydrate für dich bedeuten. Er rechnet nur in deinem Browser und speichert nichts. Dieser Artikel ersetzt keine Ernährungsberatung und keine ärztliche Behandlung.

Zum Kalorienrechner

Quellen

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  2. DGE: Neue evidenzbasierte Leitlinie Kohlenhydrate, Methodik nach Schlesinger et al., Eur J Nutr 2025 (Stand 25.10.2026). dge.de
  3. DGE: Evidenzbasierte Leitlinie Kohlenhydratzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten, 2011, Kapitel 1: Kohlenhydratzufuhr in Deutschland. dge.de (PDF)
  4. DGE: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Ballaststoffen, Richtwert mindestens 30 g am Tag (Stand 25.10.2026). dge.de
  5. World Health Organization (WHO): Healthy diet, Faktenblatt vom 26.01.2026. who.int
  6. WHO: Carbohydrate intake for adults and children. WHO guideline, 2023. who.int
  7. WHO: Guideline: Sugars intake for adults and children, 2015. who.int
  8. EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens: Tolerable upper intake level for dietary sugars. EFSA Journal 2022;20(2):7074. efsa.europa.eu
  9. Reynolds A et al.: Carbohydrate quality and human health: a series of systematic reviews and meta-analyses. Lancet 2019;393:434–445. doi.org
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  11. Pugh JE et al.: A comparison of the effects of resistant starch types on glycemic response in individuals with type 2 diabetes or prediabetes: a systematic review and meta-analysis. Front Nutr 2023;10:1118229. doi.org
  12. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Bacillus cereus-Bakterien in Lebensmitteln können Magen-Darm-Erkrankungen verursachen. Stellungnahme 048/2020. bfr.bund.de (PDF)
  13. Hall KD et al.: Ultra-processed diets cause excess calorie intake and weight gain: an inpatient randomized controlled trial of ad libitum food intake. Cell Metab 2019;30:67–77. doi.org
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